Fachausbildung Homöopathie

Die dreijährige Fachausbildung Homöopathie ist das Kernstück unseres Ausbildungsangebotes.

An 33 Wochenenden (mit 561 Unterrichtsstunden) erlernen Sie die klassische, genuine Homöopathie Samuel Hahnemanns und seiner fähigsten Nachfolger von der Pike auf. Neben dem Direktunterricht besteht die Ausbildung aus einem angeleiteten Heimstudium, das zusätzlich ca. 1250 Stunden (à 45 Minuten) umfasst.

Der Unterricht wird grundsätzlich visuell unterstützt (Folien / Computerpräsentation / Audio- oder Video-Dateien etc.). Anschließend erhalten die StudentInnen die Präsentationen zum eigenen Studium, so daß sich die Schreibarbeit im Unterricht auf ein Minimum reduziert.

 

Die Fachausbildung umfasst drei jweils einjährige Lehrgänge. Diese sind auch einzeln belegbar - je nach Bedarf beziehungsweise Kenntnisstand. Im ersten Ausbildungsjahr (Lehrgang "Theorie") werden die Grundlagen der Homöopathie vermittelt. Das zweite Jahr (Lehrgang "Praxis") legt die Betonung auf die praktische Anwendung. Im abschliessenden dritten Ausbildungsjahr (Lehrgang "Anwendungsmöglichkeiten") beschäftigen wir uns mit der Vertiefung der praktischen Fähigkeiten und mit therapeutischen Themen. Wichtige Arzneimittel der homöopathischen Materia medica werden an (nahezu) allen Wochenenden vorgestellt. Den genauen Aufbau der einzelnen Ausbildungsjahre entnehmen Sie bitte dem Curriculum.

 

Nach Abschluss der Ausbildung sind Sie in der Lage, die Homöopathie eigenständig in Ihrer Praxis einzusetzen. Sie wissen dann, wie man eine Anamnese, auch bei langwierigen und komplizierten chronischen Erkrkankungen, erhebt. Sie beherrschen verschiedene zuverlässige Methoden der Fallanalyse, so dass Sie in der Lage sind, ein angezeigtes Arzneimittel für Ihren Patienten zu bestimmen. Sie wissen die wichtigsten Arzneimittel zu erkennen und voneinander zu unterscheiden. Last but not least kennen Sie aber auch die sogenannten "krankheitsunterhaltenden Ursachen" und "Heilungshindernisse" und können Ihre Patienten in Hinblick auf Ernährung und Lebensführung, begleitende therapeutische oder notwendige diagnostische Maßnahmen beraten.

 

Das Curriculum des aktuellen Lehrgangs können Sie sich hier herunterladen:

Curriculum Fachausbildung Homöopathie
CurriculumFA 16-18.pdf
PDF-Dokument [102.3 KB]

Die Ausbildungsinhalte:

Materia medica:

 

Alle praktizierenden Homöopathen wissen, wie hilfreich gute Kenntnisse über die homöopathische Materia medica oder Arzneimittellehre sind. Dabei reicht es nicht, ein paar Leitsymptome der Arzneimittel auswendig zu lernen. Vielmehr ist es sinnvoll, ein tiefes Verständnis der Arzneiwirkung zu entwickeln, ausgehend von den homöopathischen Arzneimittelprüfungen und gestützt durch praktische Erfahrungen.

Im Unterricht werden die wichtigsten homöopathischen Arzneimittel vorgestellt. Es handelt sich um visuell gestützte Vorlesungen mit anschliessend verteilten Skripten.

Etwas weiter unten finden Sie ein (gekürztes) Beispielskript aus der Fachausbildung: Arsenicum album. (Hinweis: dieses Skript dient als Lernhilfe und der visuellen Unterstützung der Vorlesung. Der Umfang der Vorlesung im Unterricht ist sehr viel größer.)


Arzneimittel (Auswahl):

Aconitum, Arnica, Arsenicum album, Aurum, Belladonna, Bryonia, Calcarea carbonica, Carbo vegetabilis, Causticum, Chamomilla, Colocynthis, Conium, Ferrum metallicum, Graphites, Hepar sulphuris, Ignatia, Lycopodium, Magnesium carbonicum, Mercurius solubilis, Natrium muriaticum, Nitricum acidum, Nux vomica, Petroleum, Phosphoricum acidum, Phosphorus, Platina, Pulsatilla, Rhus toxicodendron, Sepia, Silicea, Staphisagria, Sulphur, Thuja, Zincum etc.

 

Hinweis: zahlreiche "kleinere" Arzneimittel werden im Rahmen von Falldarstellungen bzw. im dritten Ausbildungsjahr innerhalb der klinischen Vorlesungen besprochen. Einige weitere werden von den StudentInnen unter Anleitung selbst ausgearbeitet.



Arsenicum album
Skript zur Materia-medica-Vorlesung
Arsenicum album.pdf
PDF-Dokument [688.9 KB]

Theorie und Geschichte der Homöopathie:

 

Theorie:

Studium des "Organon der Heilkunst". Gesundheit, Krankheit, Heilung aus Sicht der Homöopathie. Homöopathische Grundlagen: die so genannte "Ähnlichkeitsregel", die so genannte "Lebenskraft". Die homöopathische Arzneimittelprüfung. Was ist eine homöopathische Materia medica? Anleitung zum Studium der Arzneimittel. Homöopathische Pharmazeutik. Das Konzept der so genannten "chronischen Miasmen" bei Hahnemann und Anderen.

 

Geschichte:

Biographien wichtiger Persönlichkeiten: Samuel Hahnemann, Clemens von Bönninghausen, G.H.G. Jahr, Constantin Hering, James Tyler Kent, Cyrus M. Boger. Die Geschichte der Homöopathie von ihren Anfängen bis heute.



Methodik der Homöopathie:

 

- Die Erhebung der Anamnese in akuten und chronischen Fällen.

- Mehrere Methoden der homöopathischen Fallanalyse:

  • Die Fallanalyse unter Verwendung des Therapeutischen Taschenbuchs Clemens von Bönninghausens und der primären Materia medica (unter Verwendung des Symptomenlexikons)
  • Die Fallanalyse nach James Tyler Kent, unter Verwendung des kentschen Repertoriums der homöopathischen Materia medica und mit Berücksichtigung der speziellen methodischen Aspekte Kents und seiner Schüler.
  • Die Fallanalyse nach Cyrus Maxwell Boger, vor allem unter Verwendung seiner Werke "Synoptic Key" und "General Analysis".
  • Die Fallanalyse nach Henry Newell Guernsey (so genannte "keynote"-Methode).

- Die Wahl der Arznei (Materia-medica-Abgleich), der Potenz und der Dosierung.

- Die Beurteilung des Fallverlaufs.

- Die Verschreibung von Folgemitteln.

- Besonderheiten bei der Behandlung spezieller Patientengruppen bzw. Erkrankungen (Säuglinge, Senioren, so genannte "einseitige Erkrankungen", psychisch Erkrankte, Patienten mit schweren Pathologien ...).

- Die Beziehung zwischen TherapeutIn und PatientIn.

- Begleitende Maßnahmen zur homöopathischen Therapie.



Praxis der Homöopathie:

 

Als Erstes wird die praktische Durchführung von Anamnesen geübt. Dafür stellt sich v.a. der Dozent zur Verfügung. Später wird es auch Gelegenheit geben, Anamnesen an Patienten durchzuführen.

 

Ab dem zweiten Ausbildungsjahr besteht die Möglichkeit, eigene PatientInnen vorzustellen, um im Sinne einer Supervision Unterstützung bei der homöopathischen Behandlung zu bekommen.

 

Außerdem werden zu Übungszwecken immer wieder Papierfälle eingestreut. Diese stammen zu einem grossen Teil aus der Praxis des Schulleiters, Stefan Reis, zum Teil aber auch aus der homöopathischen Literatur.

Klinische Vorlesungen im dritten Ausbildungsjahr:

 

Die homöopathische Behandlung von Verletzungen und Notfällen.

Die homöopathische Behandlung von psychischen Erkrankungen.

Homöopathie bei Patienten mit bösartigen Tumoren.

Homöopathische Behandlung geriatrischer Patienten.

Homöopathie bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit und Fieber.

usw.



Dies sind nur einige Beispiele für klinische Vorlesungen im Rahmen der Homöopathieausbildung. Eigentlich passen solche indikationsbezogene Themen nicht recht zur genuinen oder klassischen Homöopathie, in der weniger die klinische Diagnose, als vielmehr die individuelle Symptomatik die Wahl des Heilmittels entscheidet. Andererseits sind die klinischen Aspekte mancher Erkrankungen oder Patientengruppen wichtig für die Eingrenzung möglicher Heilmittel. Darüber hinaus gibt es Arzneien, die einen sehr spezifischen Wirkungskreis zu haben scheinen und die man am besten in diesem Kontext darstellt.

 

Das dritte Ausbildungsjahr ist dominiert von praktischen Themen. Neben den klinischen Vorlesungen sollen möglichst viele Fallbeispiele bearbeitet werden. Dabei gibt es - neben "Übungsfällen" - auch die Möglichkeit, eigene PatientInnen im Unterricht vorzustellen und die Arzneiwahl oder den Behandlungsverlauf zu diskutieren.